Kurzinfo
Im März 1998 meldete der US-Saatgutkonzern Delta &
Pine Land gemeinsam mit dem US-Landwirtschaftsministerium ein Patent auf eine
gentechnische Veränderung auf Pflanzen an, deren Samen in der nächsten
Generation keimunfähig sind und damit eine Neuaussaat beim abermaligen
Anbau verhindert. Diese von Menschenrechts-, Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisationen
als "Terminator" bezeichnete Technologie steht seither weltweiter
unter Kritik.
Neben der Gefahr, die diese Technologie für die biologische
Vielfalt bedeutet, warnen Nichtregierungsorganisationen davor, dass mit der
Terminator-Technologie der Versuch unternommen wird, Bäuerinnen und Bauern
sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern in die Abhängigkeit
transnationaler Saatgutkonzerne zu zwingen. Denn Landwirte, deren Ernte steril
ist, müssen jährlich neues Saatgut kaufen, statt einen Teil der Ernte
für den Anbau im neuen Jahr zu verwenden. Somit wirkt die Terminator-Technologie
wie ein biologischer Patentschutz, bei dem für jede Neuaussaat bezahlt
werden muss. Wenn aber die Bäuerinnen und Bauern in Nord wie Süd nicht
mehr Herr über ihre eigene Ernte sind, sondern rechtlich und faktisch von
einigen wenigen Saatgutunternehmen abhängen, ist die weltweite Ernährungssicherheit
gefährdet.
Trotz dieser Einschätzungen, die nicht nur von Seiten
der Nichtregierungs-Organisationen gegen die Terminator-Technologie ins Feld
geführt wurden, wird weiter geforscht und es werden immer wieder Patente
angemeldet. Ein Argument, dass zunehmend für diese Forschungen angeführt
wird, kommt ausgerechnet aus dem Bereich der Biologischen Sicherheit. Es wird
behauptet, dass sich mit der auch GURTs genannte Technologie das Auskreuzen
gentechnisch veränderter Eigenschaften verhindern ließe. Mit dieser
Begründung wird aktuell zum Beispiel im Rahmen des Transcontainer-Projektes
mit Hilfe von EU-Geldern auch an der Entwicklung von Terminator-Saatgut geforscht.
In Deutschland ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
(BVL) an dem Projekt beteiligt. Das BVL ist eine Behörde, die eigentlich
dafür zuständig ist, gentechnisch veränderte Lebensmittel, auf
ihre Gefahren hin zu untersuchen. Hier macht sie sich jedoch einseitig für
die Akzeptanz der Gentechnik stark.
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