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Pressemitteilung                                                                          Berlin, 19. März 2006

Vertragsstaatenkonfenz der Biodiversitätskonvention beginnt/
Kritiker übergeben Unterschriften

Aufweichung des Moratoriums zur Terminator-Technologie wird abgelehnt.

Auf der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention, die morgen in Brasilien beginnt, wird das Moratorium zur sog. Terminator-Technologie in Frage gestellt. Die Regierungen Kanadas, Neuseelands, Australiens fordern eine Aufweichung des bisherigen Moratoriums durch die Einführung einer Einzelfallregelung.

Gegen diese Pläne protestiert das deutsche Kampagnenbündnis "Freie Saat statt tote Ernte" entschieden. Die 33 Träger-Organisationen fordern stattdessen die Aufrechterhaltung des Moratoriums und setzen sich für ein weltweites, dauerhaftes Verbot ein.

"Die Terminator-Technologie nimmt Bauern das Recht zur Selbstversorgung mit Saatgut. So wird die deren Selbstversorgung gefärdet und das Menschenrecht auf Nahrung erheblich geschwächt", sagte Andreas Bauer vom Umweltinstitut München. Sinn der Terminator-Technologie ist es, Pflanzen zu produzieren, deren Samen nicht mehr keimfähig sind, so dass die Bauern gezwungen sind, jedes Jahr aufs Neue bei den Saatgutkonzernen einzukaufen, während heute 80% des Saatguts von den Bauern selbst erzeugt wird.

Christof Potthof vom Gen-ethischen Netzwerk sieht in der Terminator-Technologie eine qualitativ neue Stufe der Genmanipulation. "Die Konstruktion von Selbstmord-Saatgut ist Verstoß gegen die Würde der Natur."

Die Kampagne hat daher in den letzten Wochen Tausende Unterschriften gegen die Terminator-Technologie gesammelt, die vor wenigen Tagen dem Bundes-umweltministerium übergeben wurden. Am Verhandlungsort in Curitiba, Brasilien werden am 21.3. Tausende Bauern für die Aufrechterhaltung des Moratoriums demonstrieren.

"Wir fordern das Umweltministerium auf, endlich klar Stellung gegen die Aufweichung des Moratoriums zu beziehen", stellt Oliver Moldenhauer, Attac, die Position der Kampagne dar. "Pflanzensorten müssen als gemeinsames Erbe aller Menschen erhalten bleiben."

Für Rückfragen:

  • Christof Potthof, Gen-ethisches Netzwerk: 0163/2606359
  • Oliver Moldenhauer, Attac: 0177/3068911
  • Andreas Bauer, Umweltinstitut München e.V.: 089/30774914 (ab Montag)

weitere Informationen: