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Pressemitteilung                                                                          Berlin, 27. Januar 2006

Gefahr der Terminator-Technologie noch nicht gebannt!

Moratorium auf die Terminator-Technologie bleibt bestehen, wird aber durch Zusätze geschwächt.

Auf dem Treffen der Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen mit dem Schutz traditionellen Wissens befasst, haben heute die Vertragsstaaten das Moratorium auf die Terminator-Technologie (GURTs - Genetic Use Restriction Technologies) bestätigt. Die Terminator-Technologie ist eine besonders agressive Form der Gentechnik, die steriles Saatgut produziert und somit die Wiederaussaat der eigenen Ernte verhindert. Eine Anwendung dieser Technologie würde die Ernährungssicherheit gefährden, da 80 % der weltweit angebauten Saat nicht kommerziellen Ursprungs ist.

Die Kampagne “Terminator-Technologie ächten”, unterstützt von 30 deutschen Nichtregierungsorganisationen, begleitete den Fortgang der Verhandlungen im spanischen Granada und begrüßt grundsätzlich das Fortbestehen des Moratoriums, das vom Feldanbau des Selbstmordsaatguts für kommerzielle und für Versuchszwecke abrät. Die Kampagne kritisiert jedoch das stete Bemühen der Delegationen Australiens, Kanadas und Neuseelands, das Moratorium durch Zusatzformulierungen zu schwächen. So gelang es den drei Staaten, ohne bei den übrigen Delegationen wie der Deutschlands und der EU, auf ausreichenden Widerspruch zu stoßen, u.a. eine Fall zu Fall-Beurteilung der Technologie in dem Dokument zu verankern.

“Nur eine klare Ächtung der Terminator-Technologie entspricht dem Prinzip der Vorsorge und ist vereinbar mit den Zielen der Biodiversitätskonvention”, sagt Sandra Blessin, Sprecherin der Kampagne. “Die Schwächung des Moratoriums stellt einen Angriff auf die Ernährungssouveränität dar und darf nicht bei den folgenden Verhandlungen der Vertragsstaaten in Curitiba/Brasilien vom 20.-31. März in dieser Form verabschiedet werden.”

Zusammen mit anderen Nichtregierungsorgansiationen wie der ETC Group aus Kanada wird die Kampagne weiterhin auf eine internationale Ächtung der Terminator- Technologie hinwirken.

Das betreffende Dokument findet sich auf der website der CBD: www.biodiv.org, unter der Bezeichnung: UNEP/CBD/WG8J/4/L.8

Weitere Informationen:
Das Positionspapier mit allen Unterstützerorganisationen und Hintergrundinformationen zur Terminator- Technologie finden sich unter www.freie-Saat.de

Für Rückfragen:
Kampagnenbüro, c/o BUKO Agrar Koordination, Sandra Blessin, Tel. 040-392526 oder 0177-97 28 275, info@freie-saat.de